TUB-FB2 LV WS1999/2000 Stiehl: Leit- bzw. Lerntext zu "Präsentation von Referaten mit PowerPoint"

Leittext

Präsentation von Referaten mit MS PowerPoint

Ausgearbeitet von
Daniel Parnitzke und Björn Schünemann

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
    1.1 Über dieses Dokument
    1.2 Was ist dieses Dokument?
    1.3 Was ist dieses Dokument nicht?
    1.4 Benutzung der Online-Hilfe von MS PowerPoint
  2. Vom Text zur Präsentation: Ein Überblick
  3. Erster Schritt: Texterstellung
  4. Zweiter Schritt: Extraktion eines "Roten Fadens"
  5. Dritter Schritt: Visualisierung
    5.1 Diagramme und Tabellen
    5.2 ClipArts
    5.3 Freie Grafik und Symbole
    5.4 Gestaltungselemente selbstständig erstellen
  6. Vierter Schritt: Mediale Umsetzung
  7. Fünfter Schritt: Moderation der Diskussion
    7.1 Vorbereitung der Präsentation
    7.2 Durchführung der Präsentation
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1. Einleitung

 

1.1 Über dieses Dokument

Dieses Dokument wurde im Rahmen eine Lehrveranstaltung des Fachbereichs 2 (Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften) der Technischen Universität Berlin erstellt. Ziel der Veranstaltung war es, die Unterschiede zwischen Lern- bzw. Übungstexten und Leittexten kennenzulernen. Im zweiten Teil der Veranstaltung sollte das erlernte Wissen in eigens verfassten Texten umgesetzt werden. Die Studenten hatten die Wahl einen Lern- oder einen Leittext zum Thema "Präsentation von Referaten mit MS PowerPoint" zu erstellen. Dieses Dokument ist ein Beispiel für einen Leittext.

1.2 Was ist diese Dokument?

Ein Leittext hat in erster Linie die Aufgabe, Sie - den Lernenden - beim Selbststudium zu unterstützen und zu motivieren. Wir geben Ihnen eine Methode an die Hand, mit der Sie mit Leichtigkeit ein ausgearbeitetes Referat in einer Präsentation darstellen können. Die Vorteile einer Präsentation werden im zweiten Kapitel erläutert.

Ihnen werden des öfteren kleine Aufgaben gestellt, die Ihnen einerseits helfen, das gelernte besser zu behalten, andererseits aber auch dazu gedacht sind, Ihnen den Funktionsumfang von MS PowerPoint vorzustellen. Mit jeder Aufgabe lernen Sie ein wenig mehr an Funktionalität von PowerPoint kennen. Sie werden erkennen, welche Informationen mit welchem Hilfsmittel von PowerPoint am effektivsten umzusetzen sind.

1.3 Was ist dieses Dokument nicht?

Die einfachste Antwort auf diese Frage ist: Ein Lehrtext. Das heißt, dass wir Ihnen nicht die Bedienung von PowerPoint erläutern werden. Welchen Mausklick Sie an welcher Stelle machen müssen, um eine bestimmte Aktion hervorzurufen ist bereits in vielen (Lern-) Texten zu PowerPoint erklärt worden. Wir wollen das Rad nicht noch einmal erfinden. Wir wollen Ihnen zeigen, was PowerPoint kann, und nicht, wie Sie PowerPoint dazu bringen, das auch zu tun.

Da Sie aber dennoch PowerPoint selber auch benutzen möchten, und somit auch das "Wie" wissen müssen, werden wir Ihnen Hilfestellungen geben, wo Sie die Informationen finden können. Wir greifen dabei auf das Hilfesystem zurück, was in PowerPoint integriert ist, da es für unsere Ansprüche völlig ausreicht, und es Ihnen auch in jedem Falle zur Verfügung steht. Stellen wir Ihnen also eine neue Funktionalität in PowerPoint vor, so geben wir Ihnen auch gleich die Stelle im Hilfesystem an, wo erläutert wird, welche Aktionen nötig sind, um diese Funktionalität zu benutzen.

1.4 Benutzung der Online-Hilfe von MS PowerPoint

Wenn Sie auch nicht mit PowerPoint umgehen können müssen, um diesen Text zu lesen und die Aufgaben zu lösen, so ist es dennoch wichtig, die Benutzung des Hilfesystems zu kennen. Im Folgenden werden wir Ihnen erklären, wie sie die Hilfe von PowerPoint aufrufen und benutzen.

Nach dem Start von PowerPoint erscheint ein Dialogfenster. Dort wird Ihnen die Möglichkeit gegeben, direkt mit der Benutzung von PowerPoint zu beginnen, indem Sie eine neue, leere Präsentation erstellen. Schließen Sie das Dialogfenster durch einen Klick auf Abbrechen.

Jetzt können Sie das Hilfesystem von PowerPoint starten. Klicken Sie in der Menüleiste auf das Fragezeichen und wählen Sie den Eintrag "Inhalt und Index":

Aufruf des Hilfsmenues

Damit öffnet sich das Hilfesystem von PowerPoint. Sie sehen eine Liste von Büchern. Durch Doppelklick auf ein Buch können Sie dieses öffnen. Die dann erscheinenden Unterbücher oder Kapitel können Sie wieder mit Doppelklick öffnen. Wir geben Ihnen in diesem Text an entsprechender Stelle immer an, in welchem Buch und welchem Kapitel der Onlinehilfe Sie erfahren können, wie sie PowerPoint dazu bewegen, die geforderte Aktion auszufügen.

Aufgabe:

Erstellen Sie eine neue Präsentation und speichern Sie diese ab. Schließen Sie dann die neu erstelle Präsentation und laden Sie sie erneut. Fügen Sie nun eine neue Folie in diese Präsentation ein. Diese Folie soll wichtige Informationen zu Ihrer Person enthalten. Überlegen Sie sich eine geeignete Überschrift. Folgende Daten dürfen auf der Folie nicht fehlen: Name, Matrikelnummer, Studiengang und Semester. Welche weiteren Informationen könnten auf dieser Folie sinnvoll sein? Nachdem Sie die Folie komplett erstellt haben, speichern Sie sie erneut ab.

Hilfen:

 

 



"Erstellen, Öffnen und Speichern von Präsentationen"
xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen und Öffnen von Präsentationen"
  xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen einer neuen Präsentation"
  xgnext.gif (105 Byte) "Öffnen einer Präsentation"
xgnext.gif (105 Byte) "Speichern und Schließen von Präsentationen"
  xgnext.gif (105 Byte) "Speichern einer Präsentation"
  xgnext.gif (105 Byte) "Schließen einer Präsentation"
"Arbeiten mit Folien"
xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen einer neuen Folie"

Damit haben Sie die wichtigsten Benutzungen von PowerPoint gelernt: Wie man eine neue Präsentation erzeugt, eine Folie in die Präsentation einfügt, und wie man die Präsentation speichern kann. Diese Arbeitsschritte werden Sie während der Benutzung von PowerPoint immer wieder machen müssen. Wiederholen Sie die Aufgabenstellung so häufig, bis Sie sich bei diesen Arbeitsschritten sicher fühlen.

 

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2. Vom Text zur Präsentation: Ein Überblick


Ist das Material für das Referat vollständig gesammelt? Der Text für das Referat ist auch schon geschrieben? Leider ist das aber noch nicht alles, was zählt! Denn was nun noch fehlt, ist der Vortrag, ohne Zweifel der wichtigste Teil jedes Referats. Hier wird dann der Beweis erbracht, ob man den Referatsinhalt nicht nur verstanden hat, sondern ihn auch auf eine anschauliche Art erklären kann. Es ist schlimm, wenn man viel Arbeit in die Recherche und die Ausarbeitung steckt, aber sich nicht genügend um die Präsentation kümmert.

Urteilen Sie selber: Eignet sich hier eher ein Vortrag um die Inhalte des Referats zu vermitteln, wo der Vortragende recht stur von seinen Notizen abliest? Oder ist es vielleicht angenehmer, wenn die Kernaussagen mit Folien (o.ä.) für alle sichtbar gemacht werden? Wenn man neues mit altbekannten Sachverhalten vergleichen und diskutieren kann?

Studien über unser Gedächtnis geben Antwortet zu diesen Fragen. Dort wurde festgestellt, dass durch (reines) Lesen oder Hören nur etwa 10 bis 20 Prozent der Lerninhalte im Gedächtnis verbleiben. Werden die Inhalte aber zusätzlich visualisiert, und die Zuhörer durch Diskussion zu aktiven Teilnehmern werden, die sich kritisch mit den Inhalten beschäftigen, so kann die Merkquote bis auf 80 Prozent gesteigert werden. Und natürlich sollte dies unser Anliegen sein, um unser hart erarbeitetes Referat gut zu vermitteln, damit jeder Teilnehmer das Gefühl bekommt, etwas neues und interessantes mit nach Hause zu nehmen.

Wie man von einer (langweiligen) Textfassung des Referats zu einer Präsentation gelangt, soll Inhalt dieses Leittextes sein. Dafür sind fünf Arbeitsschritte nötig:

Diese werden wir Ihnen nun genauer erläutern. Wir wollen uns hierbei allerdings auf den reinen Informationsgehalt der Präsentation konzentrieren. Wie dann die Informationen optisch aufgearbeitet werden können - PowerPoint bietet hierfür verschiedene Möglichkeiten - oder die Präsentation durch Animationen aufgelockert und abgerundet werden, ist nicht Inhalt dieses Textes. Siehe dafür Buch "Entwerfen von Bildschirmpräsentationen" der Online-Hilfe von PowerPoint.

 

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3. Erster Schritt: Texterstellung


Auch wenn wir in diesem Leittext voraussetzen, dass schon eine textliche Ausarbeitung des Referates existiert, sollen hier noch einige Wörter über die Ausarbeitung verloren werden.

Als wichtigstes ist hierbei die Adressantengruppe zu nennen. Damit ist gemeint, dass es wesentlich ist, wem die Inhalte vermittelt werden sollen. So ist es wichtig, die Vorkenntnisse der Zuhörer zu kennen, um nicht bereits bekanntes zu wiederholen, oder - noch schlimmer - zu tief im Stoff anzufangen, so dass die Zuhörern nicht folgen können. Neue Sachverhalte sollten aus altbekannten abgeleitet werden. Anschauliche Situationen aus dem normalen Leben können die Theorie motivieren, und dem Zuhörer das Gefühl vermitteln, dass die Beschäftigung mit diesen Inhalten eine Bereicherung für ihn selber darstellt, um neue Blickwinkel einnehmen zu können.

Bei der Texterstellung sollten mikro- und makrotypische Erkenntnisse beachtet werden, um die Leserlichkeit zu fördern. Auf diese Erkenntnisse werden wir hier nicht genauer eingehen, es wurde schon an verschiedenen anderen Stellen erschöpfend darüber geschrieben. Siehe zum Beispiel ......

Aufgabe:

Erstellen Sie eine Folie, auf der Sie wichtige Stichworte aus dem obigen Text "Texterstellung" sammeln. Unterscheiden Sie zwischen Methodik und Begründung und versuchen Sie diese räumlich und/oder farbig zu trennen.

Hilfe:

"Hinzufügen und Formatieren von Text"
xgnext.gif (105 Byte) "Hinzufügen von Text"
xgnext.gif (105 Byte) "Ändern der Textfarbe"

Texte sind ein wichtiger Bestandteil von Präsentationsfolien. PowerPoint bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten, Texte zu formatieren, die Farbe ist nur ein Merkmal. Andere, wie etwas Fettschrift und Schriftgröße, werden in der Hilfe im gleichen Buch erklärt. Somit können Sie die Aufgabenstellung auch variieren, indem Sie andere Merkmale zur Textformatierung benutzen. Probieren Sie einfach ein wenig, schließlich habt jeder seinen eigenen Geschmack.

Man trägt auf diese Weise einer Informationsschachtelung Rechnung, ohne jedoch die Folien selber zu überladen. Falls genauere Informationen zu den Aussagen in der 3. Ebene benötig werden, so öffnet man über einen Link eine Extrafolie, die sich genauer mit der Aussage beschäftigt. Wie man Folien verlinken kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Entwerfen von Bildschirmpräsentationen"
xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen interaktiver Präsentationen".

 

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4. Zweiter Schritt: Extraktion eines Roten Fadens und Folienerstellung


Nun geht es an die Zusammenstellung der Präsentation. Zunächst bleibt festzuhalten, dass es keinesfalls möglich ist, alle im Referat erarbeiteten Informationen auch auf Präsentationsfolien unterzubringen. Vielmehr ist es wichtig, die Kernaussagen des Textes zu filtern. Man sollte dabei beachten, dass man dem roten Faden, der im Text (hoffentlich) verfolgt wird, nicht verlässt, da sonst wichtige Zusammenhänge verloren gehen.

Kernaussagen können - untereinander verglichen - durchaus aus unterschiedlichen Abstraktionsebenen kommen, aber dennoch wichtig sein. Wichtig ist es aber, diese Hierarchie zu beachten, wenn nun die Präsentationsfolien erstellt werden. Die Kernaussagen der höchsten Hierarchieebene eigenen sich gut für den Titel einer Folie. Die darrunterliegenden Aussagen werden dann nach denen der höchsten Ebene eingeteilt und auf den passenden Folien platziert. Dies ist aber nur günstig, wenn man nur 2 Unterhierarchieebenen hat. Ist die Zahl größer, so sollten dann jeweils extra Folien erstellt werden, auf die man zurückgreift, wenn auch Zusammenhänge in den darrunterliegenden Ebenen dargestellt werden sollen. Die folgende Graphik soll das Prinzip erklären:

Aufteilung von Hierarchien auf Folien

Man trägt auf diese Weise einer Informationsschachtelung Rechnung, ohne jedoch die Folien selber zu überladen. Falls genauere Informationen zu den Aussagen in der 3. Ebene benötig werden, so öffnet man über einen Link eine Extrafolie, die sich genauer mit der Aussage beschäftigt. Wie man Folien verlinken kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Entwerfen von Bildschirmpräsentationen"
xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen interaktiver Präsentationen".

Stellen Sie selber an Ihre Folien einen hohen Qualitätsanspruch, Sie sollten von der Güte der Inhalte und auch von der formalen Darstellungsweise der Inhalte überzeugt sein. Bedenken Sie immer, dass ein recht kritisches Publikum vor Ihnen sitzen kann. Diesem fällt jede Unsicherheit auf und die Strafe darauf lässt selten auf sich warten. Ihr Publikum kann Ihnen nicht glauben, wenn Sie den Eindruck machen, das, was Sie dort vortragen, selber nicht zu glauben. Auf der inhaltlichen Ebene sollten Sie Ihre Folien nach der fertigen Erstellung daraufhin überprüfen, ob Sie thematische einem logischen Aufbau folgen. Das heißt, dass es nicht plötzliche und vielleicht sogar unmotivierte Sprünge im Thema geben darf, sondern dass man sehr zielorientiert vorgeht. Sollte das Thema in Gebiete eingeteilt sein, die inhaltlich nicht aufeinander aufbauen oder auf sonstige Art und Weise miteinander zusammenhängen, so bietet es sich an zu Beginn der Präsentation kurz (in einer Art "Inhaltsfolie") die Themengebiete anzugeben, mit denen sich der Vortrag beschäftigen wird. Damit weiß Ihr Publikum immer, wo Sie inhaltlich stehen, was man noch erwarten kann und ob es sinnvoll ist eine Frage zu diesem Zeitpunkt anzubringen, oder noch abzuwarten, da die Frage besser zu einem späteren Zeitpunkt gestellt werden kann. Dies halte ich für einen wichtigen Punkt, denn damit räumen Sie Ihrem Publikum ein gewisses Maß an Kompetenz ein. Auch kann gleich festgestellt werden, welche Bereiche zu dem Thema dazugehören, was ja mitunter sehr vielschichtig sein kann. Ihr Publikum kennt im Normalfall vor dem Beginn der Präsentation nichts weiter als den Titel des Vortrages. Wird aber zu Beginn ein Überblick gegeben, was sich hinter dem Titel verbirgt, und wenn man dies auch noch spannend inszeniert, so kann man das Interesse der Zuhörer in einem viel größeren Maße wecken.

Einen weiteren Maßstab, dann Sie an Ihre fertigen Folien legen sollten, ist der der Vollständigkeit. Was zu Beginn der Vortrages versprechen, sollten Sie auch in der Lage sein einzuhalten. Gibt es an manchen Stellen noch Unklarheiten, oder schließt das zu behandelnde Thema auch Gebiete ein, die von Ihnen nicht betrachtet werden, so geben Sie das von Ihrer Seite aus zu. Das macht einen besseren Eindruck, als wenn eine dementsprechende Frage vom Publikum gestellt wird, und Sie dann verlegen Ihre Unwissenheit zugeben müssen. Meist gibt es ja auch gute Gründe, weshalb manche Teilgebiete nicht betrachtet werden, doch führen Sie diese offen an, damit machen Sie sich glaubhafter, schließlich sind wir alle nur Menschen mit Fehlern.

Formal gesehen sollten Sie sich genauso an mikro- und makrotypografische Erkenntnisse halten, wie das auch bei der Texterstellung wichtig ist. Beachten Sie vor allen Dingen, dass eine große Schriftart einstellen, damit auch Personen auf den hinteren Sitzplätzen alles gut erkennen können. Wenn aufgrund der Schriftgröße nicht mehr alle Punkte auf eine Folie passen, so verkleinern Sie keinesfalls die Schrift, sondern erstellen Sie einfach eine weitere Folie, die sozusagen eine Fortsetzung darstellt.

Aufgabe:

 

 

 

Die inhaltlichen Qualitätskriterien lassen sich am besten durch die folgenden Eigenschaften beschreiben: logisch, vollständig, differenziert und originell. Die formalen Qualitätskriterien dagegen haben diese Eigenschaften: verständlich, anschaulich, formadäquat und spannend. Erstellen Sie eine Folie, wo Sie inhaltliche und formale Kriterien gegenüberstellen. Überlegen Sie sich dann, wie Sie diese Folie während einer Präsentation vorstellen würden. Bedenken Sie dabei die verschiedenen Möglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen, um neue Zusammenhänge zu erläutern. So kann es etwa sinnvoll sein, die Gruppe zu fragen, was denn die Eigenschaft differenziert zu bedeuten hat (Interaktivität).

 

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5. Dritter Schritt: Visualisierung


Kognitionspsychologische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Bilder besonders gut und auch längerfristig ins Gedächtnis einprägen. Visuelle Darstellungen motivieren und stimulieren. Text und Bild sind aber unterschiedliche Formen der Vermittlung. Die Informationen beider müssen sich aufeinander beziehen und ergänzen, will man ein Gesamtverständnis erreichen. Die räumliche Verteilung von Text und zugehörigem Bild sollte so gestaltet werden, dass sie in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander stehen. In vielen Fällen macht es also keinen Sinn, wenn sich Text und zugehöriges Bild auf unterschiedlichen Folien befinden.

5.1 Diagramme und Tabellen

Manche theoretischen Zusammenhänge haben keine Abbilder in der wirklichen Welt. Denken Sie beispielsweise an Wahlergebnisse oder statistische Erfassungen von Umfragen. Doch sobald man über diese Dinge reden möchte, braucht man ein geeignetes Darstellungsmittel für die abstrakten Zusammenhänge. Schon viele haben sich den Kopf über eine geeignete Visualisierung zerbrochen. Ideen, die dabei entstanden, sind etwa Tabellen, Kuchendiagramme, Balkendiagramme, Datenflussdiagramme usw. usf.

Sollten solche abstrakten Daten ein Teil Ihres Referates sein, so müssen Sie sich natürlich (eigentlich sogar schon bei der Texterstellung) Gedanken über die Darstellung dieser Zusammenhänge machen. Und erfahrungsgemäß geben Diagramme einen schnelleren und besseren Überblick über die darzustellenden Fakten als reiner Prosatext. Einen Schritt, um den Sie bei der Erstellung einer Präsentation nicht herumkommen, ist die geeignete Visualisierung. Ihre Zuhörer können komplexe Zusammenhänge in Tabellen  nicht so leicht erkennen, die Informationsflut ist zu groß und zu unübersichtlich gestaltet. Somit sollten Sie auf die Suche nach geeigneteren Darstellungen gehen, um Übersichtlichkeit und leichtere Verständlichkeit Ihren Zuhörern zu ermöglichen. PowerPoint bietet dafür verschiedene Mechanismen an, die im Kapitel 3 genauer vorgestellt werden.

Aufgabe:

 

 


Einige abstrakte Daten sind im folgenden Text beschrieben:
Betrachtet man die prozentuale Aufteilung der Internet-Nutzer, bezogen auf verschiedene Berufsgruppen, so ergeben sich die folgenden Werte: Den größten Anteil nehmen Angestellte ein (44%), gefolgt von Selbständigen und Studenten (beide 17%). Einen geringeren Anteil nehmen Schüler und Auszubildende (7%), Beamte (5%) und Doktoranden (3%) ein. Sonstige, nicht näher unterschiedene Berufsgruppen liegen bei 7%.

Stellen Sie diese Informationen in PowerPoint einmal durch ein Balkendiagramm und einmal durch ein Kuchendiagramm dar. Vergleichen Sie dann die Verständlichkeit und Übersichtlichkeit der beiden Diagramme.

Hilfen:

"Arbeiten mit Formeln, Tabellen und Diagrammen"

5.2 ClipArts

Im Gegensatz zu den Visualisierungen dienen Abbildungen zur Darstellung von sichtbaren Zusammenhängen. Allerdings werden nur die wichtigen Vorgaben des Originals erhalten, andere, nicht benötigte Merkmale sind reduziert oder fehlen. PowerPoint stellt vordefinierte Grafiken, sogenannte ClipArts zur Verfügung. Auch hier sollte der Zusammenhang zwischen ClipArt und dazugehörenden Text deutlich erkennbar sein. Häufig werden ClipArts eingesetzt, um die Aussage des Textes zu unterstreichen.

Das folgende ClipArt kann verwendet werden, wenn der Zuhörer sich selbständig mit den auf der Folie formulierten Thesen auseinandersetzen soll. Es könnte dazu z.B. eine Frage formuliert werden, die von den Zuhörern beantwortet werden soll.

Strichmaennchen hat Problem

Wie man ClipArts erstellen kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Hinzufügen von ClipArt und anderen Grafiken"
xgnext.gif (105 Byte) "Einfügen von Grafiken in eine Präsentation"
xgnext.gif (105 Byte) "Einfügen und Bearbeiten einer Grafik"
xgnext.gif (105 Byte) "Ersetzen einer ClipArt-Grafik auf einer Folie"
xgnext.gif (105 Byte) "Wissenswertes über die Clip Gallery".

5.3 Freie Grafik und Symbole

PowerPoint beinhaltet außerdem die Funktionalität eines Zeichenprogramms. So können Sie frei nach eigenem Wunsch beliebige Objekte erstellen und sind nicht mehr an die vordefinierten ClipArts gebunden. Je nachdem, was für ein Objekt sie erstellen möchten, wählen Sie das entsprechende Symbol in der Zeichnen-Symbolleiste. Diese Symbolleiste ist meist unten links im PowerPoint-Fenster angeordnet. Um die Ihnen hier zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu erforschen, wählen Sie im Hilfsmenü (?) den Menüpunkt Direkthilfe oder drücken alternativ die Tasten Umschalt und F1. Nun erscheint ein Fragezeichen neben dem Mauszeiger. Klicken Sie nun auf das Symbol, zu dem Sie nähere Informationen wünschen, in der Zeichnen-Symbolleiste.

Zeichnen-Symbolleiste von PowerPoint mit einigen Anwendungsbeispielen

Wie man mit freier Grafik und Symbolen arbeitet, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Zeichnen und Arbeiten mit Objekten"
xgnext.gif (105 Byte) "Hinzufügen von Linien, Verbindungslinien und Rahmen"
xgnext.gif (105 Byte) "Hinzufügen von Kurven und Freihandobjekten"
xgnext.gif (105 Byte) "Markieren von Objekten"
xgnext.gif (105 Byte) "Anordnen, Ausrichten und Positionieren von Objekten".

5.4 Gestaltungselemente selbstständig erstellen

Inzwischen sollten Sie genügend über die Arbeit mit Gestaltungselementen unter PowerPoint gelernt haben, um auch komplexere Folien, die diese Objekte enthalten, zu erstellen. Haben Sie bei der Lösung der folgenden Aufgabe Probleme, so arbeiten Sie noch einmal die entsprechenden Kapitel der Online-Hilfe durch.

Aufgabe:

 

Um sich mit den Gestaltungselementen in PowerPoint vertraut zu machen, erstellen Sie eine Folie, die Diagramme, ClipArts und freie Zeichnungen enthält. Als Vorlage soll die unten abgebildete Folie dienen, die möglichst originalgetreu umgesetzt werden soll. Dabei soll es nicht um eine 1-zu-1-Umsetzung der vorgegebenen Folie gehen. Sie können die einzelnen Objekte natürlich nach ihrem eigenen Geschmack anders gestalten.

 Gestaltungselemente der Visualisierung

 

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6. Vierter Schritt: Mediale Umsetzung


Die Zeiten des Frontalunterrichts sind vorbei. Vielmehr wurden neue Methoden entdeckt, wie das Lernen angenehmer wird, und zwar für Lehrer genauso wie für Lernende. Dazu gehört auch die Vielfalt der medialen Unterstützungen die uns heutzutage zur Verfügung stehen. Viele Fremdsprachenkurse mit Sprachlabor, wo sich die Teilnehmer - unterstützt durch Kopfhörer, Mikrophon und Kassettenspieler -  selber kontrollieren können. Kaum noch Vorträge, die nicht durch Folien und Tafelbilder unterstützt würden. Die Abwechselung der Medien zählt, und nicht zum Vorzeigen, sondern durch didaktische Erkenntnisse begründet.

Wenn Sie Ihren Vortrag durch eine Präsentation unterstützen wollen, so ist das schon ein guter Schritt. Doch vielleicht ist es auch an einiger Stellen möglich andere Medien einzusetzen. So kann man etwa Diskussionseinwürfe von Teilnehmern auf einer Tafel oder einem Flipchart festhalten (z.B. Pro und Contra Liste). Oder abstrakte Begriffe auf den Folien werden durch kleine selbstgemalte Bildchen an Tafel oder Flipchart erläutert. Vielleicht ist auch möglich ein kurzes Video vorzuführen, dass sich mit dem Thema beschäftigt (oder sogar wichtiger Bestandteil des Vortrag sein kann).

Wichtig ist in jedem Falle die Abwechslung. Versuchen Sie immer daran zu denken, dass Sie Ihr Publikum unterhalten müssen, um es "bei der Stange" zu halten. Machen Sie sich also Gedanken, welche Möglichkeiten Sie während der Präsentation haben werden, und was Sie mit welchem Medium umsetzen wollen.

 

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7. Fünfter Schritt: Rund um die Präsentation

            


Sie können noch so exzellente Folien erstellt haben, ohne eine gute Vorbereitung und Durchführung der Präsentation werden sie sicherlich keinen Erfolg erzielen. Dieses Kapitel soll Ihnen dabei helfen, die eigentliche Präsentation mit Erfolg zu absolvieren.

7.1 Vorbereitung der Präsentation

Es ist von großer Bedeutung, dass Sie sich nochmals verdeutlichen, mit welcher Zielgruppe Sie es während der Präsentation zu tun haben. Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Welche Vorkenntnisse haben diese Menschen?
  • Handelt es sich um eine homogene Gruppe?
  • Welche Interessen oder Motivationen haben diese Personen?
  • Welche Erwartungen werden in Ihren Vortrag gesetzt?

Sie sollten sich Informationen zu den Räumlichkeiten, in denen die Präsentation stattfindet, besorgen. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, einen Überblick über den Ort der Vorführung zu erlangen:

  • Größe des Raumes
  • Akustik (Schallt es im Raum? Ist ein Mikrofon vorhanden?)
  • Sitzanordnung (gleichmäßige Verteilung oder unregelmäßig)
  • Sichtfeld für einige Personen durch Wände oder andere Objekte eingeschränkt?
  • Abdunklungsmöglichkeit vorhanden?

Außerdem sollten sie klären, ob Ihnen in der Präsentation ein Beamer zur Verfügung steht oder ob sie die Folien nur mit Hilfe eines Overheadprojektors präsentieren können. Sind sie auf einen OH-Projektor angewiesen, so sollte Ihnen klar sein, dass viele Funktionalitäten von PowerPoint verloren gehen (z.B. Farbgestaltung, Animation). Sie müssen alle Folien ausdrucken. Wie man die Folien ausdrucken kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Drucken von Präsentationen"
xgnext.gif (105 Byte) "Möglichkeiten zum Drucken einer Präsentation".

Sicherlich haben Sie nicht alles im Kopf, was Sie sagen wollen, was aber nicht explizit auf den Folien erwähnt ist. Aus diesem Grunde ist es sinnvoll sich Notizen anzulegen. In vielen Fällen lohnt es sich außerdem, den Teilnehmern Unterlagen zur Verfügung zu stellen, sogenannte Handouts. Wie man Notizen und Handzettel erstellen kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Erstellen von Vortragsnotizen und Handzetteln"
xgnext.gif (105 Byte) "Erstellen von Vortragsnotizen und Handzetteln"
xgnext.gif (105 Byte) "Vortragsnotizen und Handzettel".

Wie man diese Unterlagen ausdrucken kann, können Sie der Online-Hilfe entnehmen unter

"Drucken von Präsentationen"
xgnext.gif (105 Byte) "Drucken von Folien, Notizen, Handzetteln und Gliederungen".

Aufgabe:

Erstellen Sie zu den in vorigen Aufgaben erstellten Folien Notizen und Handzettel. Drucken Sie jeweils eine Kopie der Handzettel und Notizen sowie die eigentlichen Folien aus.

7.2 Durchführung der Präsentation

In diesem Abschnitt soll es um Ihr Auftreten während der Präsentation gehen. Sprechen Sie klar und deutlich und verwenden Sie nach Möglichkeit auch Körpersprache. Während der gesamten Präsentation sollten Sie Blickkontakt zur Gruppe bewahren. Damit können Sie auch feststellen, wie die Motivation der Gruppe ist. Gerade wenn Sie längere Monologe halten, leidet das Interesse der Gruppe. Das sollten Sie erkennen, um sich rechtzeitig zu bremsen. Mögliche Abhilfen können eine Pause sein (hängt vom Umfang der zur Verfügung stehenden Zeit ab) oder aber eine stärkere Integration der Gruppe, indem man versucht eine Zwischendiskussion anzubringen. Langweilen Sie auf keinen Fall Ihr Publikum, denn Sie sollen ja nicht mir Ihrem Wissen glänzen, sondern es der Gruppe vermitteln.

Weiterhin sollten Sie pünktlich mit der Präsentation beginnen. Sagen Sie ein paar Worte zur eigenen Person und warum Sie diesen Vortrag halten wollen.

Achten Sie auf eine spannende Inszenierung der Präsentation. Mit Stimm-Modulation und dem Einsatz von Gestik und Mimik kann die Aufmerksamkeit der Zuhörer gesteigert und die Aufnahme des vermittelten Wissens erleichtert werden. Sprechen Sie frei und benutzen Sie ihre Notizen nur als "Spickzettel". Achten Sie immer darauf, dass die Sicht auf Tafel, Folienprojektion oder andere mediale Hilfsmittel nicht durch Ihrem Körper verstellt wird.

Ein wichtiger Punkt für eine erfolgreiche Präsentation ist die Interaktivität mit der Gruppe. Längeres Zuhören einer einzelnen Person führt zur Ermüdung des Zuhörers. Stellen Sie deswegen häufig interessante Fragen an die Gruppe. Bedenken Sie dabei, dass Sie der Gruppe genügend Zeit zur Überlegung lassen, beobachten Sie die Teilnehmer erst einmal eine Weile. Sollte keiner eine Antwort anbringen so sprechen Sie vielleicht einzelne Teilnehmer direkt an. Tun Sie das aber nur, wenn Sie auch das Gefühl haben, dass diese Person etwas sagen will, sich aber nicht traut. Lassen Sie auch Fragen der Zuhörer zu und beantworten Sie diese oder lassen sie die Fragen von anderen Teilnehmern beantworten.

Am Ende der Präsentation sollte eine Diskussion stattfinden, wo das Gehörte von den Teilnehmern reflektiert werden kann. Dort treten dann vielleicht auch noch Fragen zu verschiedenen Folien auf. Haben Sie also auch nach der Präsentation noch die Folien parat, um gegebenenfalls schnell darauf zugreifen zu können. Vielleicht denken Sie sich auch eine konkrete Fragestellung für die Abschlussdiskussion aus. Diese sollte so gewählt werden, dass möglichst viele thematische Teile der Präsentation aufgegriffen werden können. Somit beschäftigt sich die Gruppe abschließend noch einmal mit der ganzen Thematik und kann noch Zusammenhänge herausarbeiten. Die Verankerung der Inhalte im Gedächtnis wird dadurch noch weiter gefördert.

Aufgabe:

Führen Sie eine Präsentation zu den von Ihnen erstellten Folien durch. Beachten Sie dabei die oben genannten Punkte.

 

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Daniel Parnitzke, Björn Schünemann im Januar/Februar 2000